Navigation
Malteser Münster

Juni

Dr. Frank Marx (58), Diözesanarzt bei den Maltesern im Bistum Münster

Ist von Beruf Facharzt für Anästhesiologie. Neben seiner Maltesertätigkeit engagiert er sich in der evangelischen Kirche, geht joggen und liebt Musik.

Wie lange sind sie bereits bei den Maltesern tätig?

Im Februar 1973 trat ich in den Malteser Hilfsdienst ein, das heißt, ich bin also seit 45 Jahren in unserem Verband aktiv. Mit Höhen und Tiefen einer ehrenamtlichen Tätigkeit. Aber mit mehr Höhen.

Beschreiben Sie kurz ihre ehrenamtliche Tätigkeit bei den Maltesern.

Als Diözesanarzt bin ich für die medizinische Arbeit im Verband in unserem Bistum zuständig. Ich besuche Orts- und Stadtverbände, nehme an größeren Einsätzen teil, berate die Diözesanleitung und bin Teil des Diözesanvorstandes. Ich kann die medizinische Arbeit der Malteser aktiv mitgestalten und werde dabei von den Ärztinnen und Ärzten aus den Gliederungen unterstützt – und ich unterstütze deren Arbeit.

Was gefällt Ihnen bei den Maltesern am besten?

Mir gefällt am besten, dass mein Engagement ankommt. Bei Patienten genauso wie bei den Maltesern. Wir sind füreinander da und jeder beschenkt jeden mit seinen Ideen und seiner Begeisterung. Und bei mancher Frustration, die immer wieder mal kommt, holen wir uns gegenseitig aus dem Tief heraus. Und Frustrationen gehören zu den Maltesern genauso wie allgemein zum Leben.
Nebenbei: In den dunklen Stunden meines Lebens waren Malteser als Freunde bei mir. Das hat mir gutgetan und bedeutet mir sehr viel.

Wie bringen Sie Ehrenamt und Beruf unter einen Hut?

Ich muss viel Auto fahren, um mich mit den Verantwortlichen im Bistum zu treffen. Das muss gut koordiniert werden, denn ich arbeite ja nicht hauptberuflich bei den Maltesern und muss auch noch Zeit für meine Familie haben. Aber es klappt. Auch, weil meine anderen Malteserkolleginnen und – kollegen Rücksicht nehmen und wir gemeinsam viele Termine gut abstimmen können. Zum Beispiel mittels einer „Doodle-Abfrage“. Anders geht es heutzutage beinahe nicht mehr.

Was war Ihr interessantester/erfolgreichster/bemerkenswertester Einsatz oder Erlebnis?

Das kann ich nicht eindeutig sagen: Als Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes waren mir die Malteser bei der Loveparade 2010 in Duisburg ganz nah. Ich war in Indien, im Iran, im Sudan, in Angola, im Kongo, in den USA, in Namibia, in Nepal und anderswo im Einsatz. All das hat mir viel gegeben und ich konnte auch viel geben. Die Teilnahme an der Romwallfahrt war mir wichtig. Vor allem aber sind mir die Ausbildungen und Einsätze als Malteserarzt in meiner Heimatstadt Wesel wichtig. Hier kann ich viel geben und bekomme auch Rückmeldungen, ob das ankommt, was ich vermitteln will. So spektakulär manche Einsätze sein mögen, so wichtig ist mir der Zusammenhalt auf örtlicher Ebene und damit meine ich auch die Ebene der Diözese.

Wieso engagieren Sie sich ehrenamtlich bei den Maltesern? Was ist Ihre Motivation?

Die Zusammenarbeit mit anderen ist mir wichtig. Mein Wissen weitergeben zu können und meine Werte weitervermitteln zu können, gibt mir viel. Ich erfahre, dass ich von Patienten und Maltesern gebraucht werde und ich brauche ihre Rückmeldung, ob ich auf dem richtigen Weg bin, oder ob ich mich „verfahren“ habe. Manchmal komme ich gerade durch Kritik auf den richtigen Weg zurück. Ich habe den Maltesern in meinem Leben viel zu verdanken – und sie mir, das weiß ich auch. Und so ist das Leben der Malteser mit meinem Leben verschweißt.

Was wünschen Sie den Maltesern im Bistum Münster für die nächsten 65 Jahre?

Ich wünsche den Maltesern, dass sie genügend Menschen finden, die sich bei ihnen engagieren. Weil es sich lohnt. Für sich selbst, aber vor allem für andere. Ich wünsche mir, dass die Notfallvorsorge – mein Spezialgebiet – nicht vernachlässigt wird und dass andere Bereiche, wie die soziale Arbeit und die Arbeit mit jungen und mit ganz alten Menschen nicht vergessen wird. Und ich wünsche mir die Weiterentwicklung der Ökumene in unserem Verband, denn Christus war weder evangelisch, noch katholisch. Und es ist mir wichtig, dass wir alle zu ihm gehören und ihm folgen – in Geschwisterlichkeit.

Weitere Informationen

Unser Spendenkonto: Malteser Hilfsdienst e.V.  |  Pax-Bank  |  IBAN: DE33370601201201214730  |  BIC / S.W.I.F.T: GENODED1PA7