Navigation
Malteser Münster

Historie

1959 erhielten wir vom Diözesancaritasverband den Auftrag, die sanitätdienstliche Betreuung der Ferienerholungsmaßnahmen zu übernehmen. Nach Gesprächen mit verschiedenen Behörden in Münster und auf Ameland übernahmen wir dann in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Gesundheit und Soziales des Landes NRW und dem Jugendhaus Düsseldorf diesen Auftrag. Auch die niederländische Regierund in Den Haag gab später grünes Licht, wofür wir den staatlichen und kirchlichen Stellen auf Ameland noch heute sehr dankbar sind.

Die Anfänge: Sechs Kinder aus dem Meer gerettet

Von 1960 bis 1970 erhöhte sich die Zahl der betreuten Kinder kontinuierlich. Von zunächst 5.000 stieg ihre Anzahl auf fast 10.000 an. Rund 600 Hilfeleistungen waren pro Einsatzsaison notwendig. Besonders dramatisch verlief der 21. Juli 1967, als eine Helferin und ein Helfer unter Einsatz ihres eigenen Lebens sechs Kinder aus dem Meer retten, wobei zwei Kinder reanimiert werden mussten. Die Helferin musste von einem berittenen Polizeiposten mit einer Leine aus dem Meer gezogen werden, da ihre Kräfte bei der Rettung nachließen.

Die 70er Jahre: Als das Martinshorn noch jaulte...

In den 70er Jahren hatte sich der Sanitätseinsatz auf Ameland richtig etabliert. Der Einsatz war damals schon so beliebt, wie heute. Auch das WM-Finale von München 1974, bei dem die Deutsche Nationalmannschaft die Niederlande auf die Plätze verwies, trübte das Verhältnis zwischen Ameländern und uns Maltesern nicht. Damals war es noch üblich, dass jeweils 15 Einsatzkräfte für drei Wochen auf der Insel Dienst leisteten. Wir setzten zu dieser Zeit auch noch Blaulicht und Martinshorn ein - heute ein Vorrecht des niederländischen Rettungsdienstes. Rund 10.000 Kinder wurden pro Feriensaison betreut. 500 Einsätze hatten wir im Durchschnitt, wobei fast 400 Mal der Ameländer Arzt hinzugezogen wurde.

Die 80er Jahre: Fast schon wie zuhause

Fast schon wie zuhause fühlten wir uns in den 80er Jahren auf Ameland. Die Unterbringungssituation hatte sich verbessert und die Teams waren eingespielt. Auch in den 80er Jahren leisteten diese jeweils drei Wochen Dienst. Rund 8.000 Kinder verbrachten ihre Ferien in den Camps. Das Einsatzaufkommen wurde im Durchschnitt deutlich höher als in den 70er Jahren. So mussten in der Regel Jahr für Jahr fast 900 Kinder versorgt werden, wobei rund 700 mal der Arzt hinzugezogen wurde. Zu dieser Zeit praktizierten Dr. Meyer und Dr. Hofmann auf der Insel.

Neben den normalen Diensten übernahmen die Malteser auch die Unterstützung der niederländischen Rettungsschwimmer am Strand während der Badezeiten in Buren und Nes. Diese Einsätze verliefen sehr kollegial und freundschaftlich und führten zu manchen Treffen in lockerer Runde nach Dienstschluss. Klar, dass die Rettungsschwimmer genauso wie Polizisten, Feuerwehrleuten und anderen Ameländern im August 1984 Gäste bei der 25-jährigen Jubiläumsfeier waren.

Die 90er Jahre: Braucht man uns überhaupt noch?

Die 90er Jahre brachten nicht nur die Deutsche Einheit, sondern auch einschneidende Veränderungen bei der Gestaltung des Amelandeinsatzes. Nicht nur die Anzahl der Kinder, die Ferienfreizeiten auf Ameland machen wollten, ging auf 6.000 zurück, auch die Helfer standen nicht mehr für drei Wochen Sanitätseinsatz zur Verfügung. So wurde der Einsatzzeitraum genauso wie die Helferzahl reduiert. Fortan leisteten acht bis zehn Helfer jeweils dreimal für nun nur noch zwei Wochen Dienst. Mit weniger Kindern wurden auch die Einsätze geringer. Durchschnittlich mussten wir 400 mal helfen, wobei Dr. Maters rund 350 mal hinzugezogen wurde.

Ende der 90er Jahre mussten wir auch wieder umziehen. An der Willibrordusstraat 20 fanden wir kurzzeitig eine neue Heimat. Dort brachten wir die Ambulanz in einer Tiefgarage unter und mussten erst einmal Strippen ziehen, um in telefonischen Kontakt mit der Einsatzzentrale im Erdgeschoss treten zu können. Viele tausend Fotos hat in den 90er Jahren der Malteser-Helfer Leopold Nicolaus aus Münster bei seinen regelmäßigen Besuchen auf der Insel geschossen. Leider ist er mittlerweile verstorben und mit ihm gingen seine vielen schönen Bilder.

Wer Ende der 90er Jahre gedacht hat, dass der Amelandeinsatz langsam aber sicher seinem Ende zugeht, der hat sich zum Glück getäuscht: Mit der Jahrtausendwende kam auch wieder mehr Leben auf die Insel und damit wieder mehr Aufgaben für uns Malteser.

Nach der Jahrtausendwende: Neuer Schwung und optimale Voraussetzungen

Nach dem Rückgang der Kinderzahlen in den 90er Jahren erlebte Ameland in den vergangenen Jahren wieder eine Renaissance. Wir gingen mit neuem Schwung an diesen Einsatz. Die Zusammenarbeit mit der Polizei, der Feuerwehr und dem Rettungsdienst war immer schon gut. Wir arbeiten auch weiterhin daran, die Voraussetzung für unseren Einsatz zu optimieren. Seit 2007 steht auf der Insel ein Röntgengerät, das Fahrten auf das Festland in ein Krankenhaus deutlich reduziert hat. In Erinnerung ist sicher noch einigen Helfern ein Brand in einem der Lager in Buren, bei dem zehn Personen mit Rauchgasvergiftungen behandelt werden mussten. Gerade hierbei zeigte sich das gute Miteinander der Ameländer und deutschen Helfer.

Seit Beginn des neuen Jahrtausends gibt es auch einen speziellen Einsatzleitfaden für unsere Helfer, der permanent aktualisiert wird. Und auch die Technik hat endlich auf die Insel gefunden: Mobiltelefone, PCs und Laptops, DSL und Internet gehören heute genauso wie die Sanitätstasche und zur Ausstattung der Sanitätsstation.

Weitere Informationen

Unser Spendenkonto: Malteser Hilfsdienst e.V.  |  Pax-Bank  |  IBAN: DE33370601201201214730  |  BIC / S.W.I.F.T: GENODED1PA7