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Malteser Münster

Flüchtlingshilfe


Situationsreport zur Flüchtlingshilfe der Malteser in NRW, 6. August 2015

Allgemeine Lage:

Bis Ende Juli kamen 300.000 Flüchtlinge aus den Krisen- und Kriegsgebeten dieser Welt nach Deutschland. Rund ein Drittel dieser Menschen (90.000) kam nach NRW. Durchschnittlich etwa 1000 neue Flüchtlinge haben allein in der vergangenen Woche in NRW täglich um Asyl gebeten. Das stellt seit Februar sowohl die Landespolitik als auch die Kreise und Kommunen tagtäglich vor große Herausforderungen. Galt und gilt es doch, diesen Menschen, die sich hinter den nackten Zahlen verstecken, eine würdige Aufnahme und Unterbringung zu gewähren. Für die Hilfsorganisationen in NRW bedeutet die aktuelle Lage in NRW eine Ausnahmesituation, da ohne sie und ihre tatkräftige Unterstützung beim Aufbau und Betreiben von Notunterkünften die Kreise und Kommunen diese Herausforderung nicht bewältigen könnten. Die Organisationsstruktur der Einsatzeinheiten in NRW hat sich hier ganz klar bewährt. Die Zusammenarbeit mit unseren Partnerhilfsorganisationen vor Ort, aber auch dem ‪‎THW‬ und Feuerwehren ist nach wie vor hervorragend. Dafür gebührt jeder Helferin und jedem Helfer sowie allen Führungskräften unser Respekt und ein ganz dickes Dankeschön!

Die weitere Entwicklung der Flüchtlingszahlen ist derzeit nicht vorauszusehen. Mittelfristig geht das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) von deutlich steigenden Zahlen aus. Allein für das Jahr 2015 prognostizierte es insgesamt bis zu 450.000 Asylanträge gegenüber gut 200.000 im Jahr 2014. Derzeit ist davon auszugehen, dass diese Prognose noch deutlich übertroffen wird. Erst gestern wurde in einer Prognose von 600.000 Menschen gesprochen.

Für die zur Zeit mehr als 60 Notunterkünfte des Landes gelten andere Regeln und Standards als für die städtischen Einrichtungen, in denen die Flüchtlinge längerfristig bleiben. Bei den Landes-Unterkünften unterstützen Kreise und Städte die Bezirksregierungen dabei, Gebäude zu suchen, einzurichten, für ihre Funktionsfähigkeit zu sorgen und mit den Hilfsorganisationen zu kooperieren. Das Land trägt hier sämtliche Kosten.
Anders als in den städtischen Unterkünften leben die Flüchtlinge in den Landeseinrichtungen nur für wenige Wochen, manchmal sogar nur Tage. Deshalb gehen die Kinder beispielsweise nicht in eine örtliche Kita oder Schule. Die Flüchtlinge müssen keine städtischen Behörden und Einrichtungen besuchen. Aber sie können sich natürlich frei bewegen, ob zum Einkauf oder zum Spaziergang.

Die großen Erstaufnahme-Einrichtungen des Landes sind alle überlastet. Die intensive landesweite Suche nach Notunterkünften hat ein Ziel: die Obdachlosigkeit von Flüchtlingen zu verhindern. Die Notunterkünfte überbrücken die Zeit, bis weitere Großeinrichtungen im Land gefunden, gebaut oder umgebaut sind. Doch auch Notunterkünfte sind schwer zu finden. Mit dem Ende der Sommerferien werden viele schulische Liegenschaften in NRW, die zur Zeit noch genutzt werden können, ihrer ursprünglichen Nutzung zugeführt und stehen nicht mehr kurzfristig zur Unterbringung von Flüchtlingen zur Verfügung. Das Land NRW will dieser Situation aktuell mit der Errichtung von zwei Zeltstädten in Selm und Schloss Holte mit jeweils 1.000 Plätzen begegnen.

Eigene Lage:

Seit Februar, verstärkt seit Beginn der Sommerferien, sind zunächst in Westfalen, am Niederrhein und Westfalen-Lippe Malteser-Einsatzeinheiten zur Einrichtung und Betreuung von Notunterkünften alarmiert und herangezogen worden. Seit Anfang Juli gilt dies auch für das Rheinland. Insgesamt waren bis Ende Juli 341 Einsatzkräfte in 26 Notunterkünften im Einsatz, in denen 4.123 Menschen betreut wurden oder aktuell noch betreut werden. Alleine in Aachen-Kornelimünster leisteten unsere Kolleginnen und Kollegen aus dem Erzbistum Köln und dem Bistum Aachen 5.000 Einsatzstunden in 14 Tagen. Einige Einsätze sind bereits beendet, neue Einsätze stehen bereits fest. Für manche Einsatzeinheit war die Einsatzbelastung zwischenzeitlich enorm hoch. Nach den Sommerferien bis in den Herbst hinein rechnen wir mit weiteren Alarmierungen und Einsätzen.

In diesem Report sind die Zahlen aus unseren beiden neuen Zentralen Unterbringungseinrichtungen des Landes NRW in Rees (seit Februar) und in Meschede (seit Juni), die von den Diözesen Münster und Paderborn eingerichtet wurden und betrieben werden, sowie die Einrichtungen der Malteser Werke gGmbH, nicht erfasst.


So können Sie helfen:

Wir freuen uns sehr, dass im Bistum Münster das Wort "Willkommenskultur" keine Floskel ist und sehr viele Menschen in unserer Region den Menschen, die aus den Krisen- und Kriegsgebieten dieser Welt hierher kommen, grundsätzlich offen und freundlich begegnen. Täglich gehen bei uns telefonische und persönliche Hilfsangebote ein. Wir wissen in der Regel nicht, welche Sachen am Dringendsten benötigt werden, da wir uns über die persönliche Situation jedes Flüchtlings immer erst vor Ort nach seiner Ankunft ein Bild machen können. Die Versorgung mit den Dingen des täglichen Lebens ist für die Menschen in den Notunterkünften geregelt.

Wir suchen dringend noch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die qualifizierte Betreuung und den Sanitätsdienst in unseren Notunterkünften. Sowohl in den bestehenden als auch in zukünftigen Unterkünften brauchen wir tatkräftige Unterstützung. Der Einsatzbeginn ist in der Regel mit einem zeitlich geringen Vorlauf verbunden, weshalb wir jetzt schon mögliche Einsatzkräfte ansprechen und erfassen möchten, um sie bei Bedarf gezielt ansprechen und einsetzen zu können. Neben der Einstellung als nebenberuflich Beschäftigte können wir auch Beschäftigungsmodelle wie GFB, Gleitzone, Teilzeit und Vollzeitbeschäftigung anbieten. Alle Modelle allerdings mit einer Befristung für die Dauer der jeweiligen Einrichtung ! Wir beraten Sie gerne.

Ehrenamtliches Engagement ist natürlich jederzeit herzlich willkommen. Jeder kann sinnvoll helfen! Fragen Sie gerne in unserer Diözesangeschäftsstelle nach Möglichkeiten des Engagements.

Neben Vor- und Zunamen sowie Ihrem Alter und Wohnort benötigen wir von Ihnen zunächst Angaben, wo Sie einsatzbar wären (nur lokal, oder flexibel), ob Sie sich ehrenamtlich oder neben-/hauptberuflich engagieren möchten, welche berufliche Erfahrung bzw. medizinische/ pädagogische Kenntnisse und welche Sprachkenntnisse Sie mitbringen. Vergessen Sie bitte Ihre Telefonnummer nicht. 

 

Sprechen Sie uns an!

Wenn Sie Fragen haben oder weitere Informationen benötigen, freuen wir uns über Ihre Kontaktaufnahme. Wenn wir Ihr Interesse geweckt haben und Sie sich für eine Mitarbeit oder ehrenamtliches Engagement in unserer Flüchtlingshilfe interessieren, dann schicken Sie uns bitte eine kurze Email an unsere Kollegin Laura Wilken in der Diözesangeschäftsstelle in Münster, wo wir alle Daten zentral erfassen werden.

Laura Wilken
Auszubildende
E-Mail senden

Weitere Informationen

Betreuung von Flüchtlingen in Rees

Die Malteser betreuen und versorgen in Rees im Auftrag des Landes Nordrhein Westfalen Flüchtlinge. In einer ehemaligen Suchtklinik kümmern sich die Malteser um bis zu 150 Menschen aus aller Welt. Unsere Aufgaben umfassen die Unterbringung und Verpflegung, die Versorgung mit Dingen des täglichen Bedarfs und Hygieneartikeln, die medizinische Versorgung, eine Kinderspielstube, eine kleine Bücherei, Deutschkurse und vieles mehr.

Sie möchten Kontakt aufnehmen?


In eigener Sache

Die Menschen, die vorübergehend bei uns im Bistum Münster unterkommen, haben einen langen und oft beschwerlichen Weg hinter sich. Dieser Weg ist für die meisten Menschen in den Notunterkünften hier noch nicht zu Ende. Bitte begegnen Sie diesen Menschen mit Respekt und einem Lächeln sowie Ihrer tatkräftigen Hilfe, wenn sie nötig sein sollte.

Herzlichen Dank!
Ihre Malteser im Bistum Münster

Stephan von Salm-Hoogstraeten
Diözesangeschäftsführer

Unser Spendenkonto: Malteser Hilfsdienst e.V.  |  Pax-Bank  |  IBAN: DE33370601201201214730  |  BIC / S.W.I.F.T: GENODED1PA7