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Malteser Münster

Malteser im Dialog mit Dr. Stefan Nacke

12.09.2017
Zeigten sich zufrieden mit dem konstruktiven Austausch: (vlnr) Stephan von Salm-Hoogstraeten, Dr. Gabrielle von Schierstaedt, Dr. Stefan Nacke und Harald Koch.
Zeigten sich zufrieden mit dem konstruktiven Austausch: (vlnr) Stephan von Salm-Hoogstraeten, Dr. Gabrielle von Schierstaedt, Dr. Stefan Nacke und Harald Koch.

Münster. Sichtlich beeindruckt zeigte sich CDU-Politiker Dr. Stefan Nacke beim Besuch der Malteser Diözesangeschäftsstelle in Münster. Seit Juni dieses Jahres ist Nacke Landtagsabgeordneter für den Wahlkreis Münster-Süd. Diözesangeschäftsführer Stephan von Salm-Hoogstraeten stellte dem CDU-Politiker die Arbeit der Malteser zunächst in Zahlen vor: "Die Malteser im Bistum Münster - das sind insbesondere rund 3.000 aktive und passive Mitglieder an 30 Standorten, 45.000 Fördermitglieder und 500 Kinder und Jugendliche in der Malteser Jugend". Neben den klassischen Kernaufgaben der Malteser wie unter anderem Rettungsdienst, Katastrophenschutz, Sanitätsdienst, Erste-Hilfe-Ausbildung und soziales Ehrenamt liege ein besonderes Augenmerk nun auch auf der Arbeit in der Integrationshilfe geflüchteter Menschen.

Wie diese Arbeit konkret aussieht, berichtete Harald Koch, Leiter Integrationsdienste: "Diese Menschen benötigen unsere Hilfe bei der Bewältigung ihres Alltags. Mit unserem Integrationslotsen-Projekt wirken wir gezielt an der Integration der geflüchteten Menschen in unsere Gesellschaft mit." Bundesweit haben die Malteser bereits 150 solcher Integrationslotsendienste ins Leben gerufen. "Bei uns im Bistum Münster haben wir Dienste in Recklinghausen, Wesel und Ahaus-Alstätte aufgebaut", so Koch. Die ehrenamtlichen Integrationslotsen der Malteser unterstützen geflüchtete Menschen bei ihren alltäglichen Herausforderungen, wie der Suche nach einer geeigneten Schule, der Betreuung der Kinder, dem Lernen der deutschen Sprache, dem Einkauf oder Arztbesuch, und begleiten sie beim Gespräch mit Ämtern und Behörden in der neuen Umgebung.

Ein Thema, das den Münsteraner Abgeordneten stark bewegte, waren die Erfahrungen von Diözesanoberin Dr. Gabrielle von Schierstaedt in der Malteser Medizin für Menschen ohne Krankenversicherung. Allein in der Sprechstunde in Münster finden jährlich rund 300 Menschen ohne Krankenversicherung einen ehrenamtlichen Arzt, der die Erstuntersuchung und Notfallversorgung bei plötzlicher Erkrankung, Verletzung oder einer Schwangerschaft auf Kosten der Malteser übernimmt.

Für Gesprächsstoff sorgte auch der Austausch zum Thema Entbürokratisierung im Ehrenamt. "Die Rahmenbedingungen für ein ehrenamtliches Engagement bei den Maltesern werden zunehmend schwieriger", erklärte Stephan von Salm-Hoogstraeten. So gebe es zum Beispiel viele hauptamtliche Mitarbeiter, die sich auch in ihrer Freizeit gerne ehrenamtlich bei den Maltesern engagieren würden, aber auch müssten, um gerade große Sanitätsdienste sicherstellen zu können. "Das ist aber ein Problem", so der Diözesangeschäftsführer. Wenn ein hauptamtlicher Malteser Rettungsassistent am Wochenende einen Rettungswagen im Rahmen eines Sanitätsdienstes ehrenamtlich besetzen möchte, sei das sozialversicherungsrechtlich nur in engen Grenzen und mit erheblichen Hürden möglich. "Da diese Problematik auch auf andere Wohlfahrtsverbände und Organisationen zutrifft, sollten Sie sich für einen möglichst breiten Resonanzraum zusammen tun", riet Nacke. "Gemeinsam können Sie mehr erreichen und das Ehrenamt durch Bürokratieabbau stärken."

Obwohl die angesprochenen Fragen nicht gänzlich gelöst werden konnten, zeigten sich alle Beteiligten mit dem Treffen sehr zufrieden. "Aus dem Gespräch haben sich viele gemeinsame Schnittstellen ergeben. Ich werde einige Hausaufgaben mitnehmen und Ihre Belange im Auge behalten", versprach der Abgeordnete.

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